Die USI sagt Fake News den Kampf an – mit einer neuen unternehmerischen Initiative im Bereich künstliche Intelligenz

2018-05-04T00:00:00+02:00

Lugano, 4. Mai 2018 – Die sozialen Medien haben sich zu einer der beliebtesten Nachrichtenquellen entwickelt. Wie die jüngsten Wahlen in den USA und Grossbritannien gezeigt haben, dienen sie inzwischen aber auch als Plattform zur gezielten Verbreitung von Falschmeldungen bzw. «Fake News». Hiermit wird die demokratische Gesellschaft untergraben, da die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr in der Lage sind, präzise zwischen Wahr und Falsch zu unterscheiden.

 

Professor Michael Bronstein vom Institute of Computational Science (Institut für Computerwissenschaften, ICS) der USI hat mit Unterstützung der Institutsmitglieder Federico Monti und Dr. Davide Eynard eine Methode auf Basis von Algorithmen und künstlicher Intelligenz entwickelt, die sich als effizientestes Gegenmittel gegen die Verbreitung von Fake News im Netz erweisen könnte. Anstatt sich auf die Inhalte von Meldungen zu konzentrieren, kann so eine Analyse der Verbreitungsverfahren vorgenommen werden, die automatisch Modelle identifiziert, mit denen sich wahre Meldungen von Falschmeldungen unterscheiden lassen. Dieser innovative Ansatz beruht auf einer neuen Klasse von lernfähigen Algorithmen, die als «Geometric Deep Learning» bezeichnet werden und von der Gruppe um Professor Bronstein in Zusammenarbeit mit anderen Forschenden der EPFL Lausanne, der Nanyang Technological University Singapur und der Universität Tel Aviv entwickelt wurden.

 

Die Grundlagenforschung für diese von der USI mit einem Patent geschützte und in Zukunft durch das Spin-off Fabula AI vermarktete Technologie wurde zunächst mit einem der renommierten europäischen ERC Consolidator Grants gefördert, anschliessend auch mit zwei Google Research Faculty Awards und einem Amazon Machine Learning Research Grant und schliesslich durch einen ERC Proof of Concept Grant. Von letzterem Forschungsbeitrag ging ein Viertel an Professor Bronstein. Ziel der Verwendung dieser Forschungsmittel sind die Innovation und die Übertragung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in den Bereich der Industrie – ein Gebiet, auf dem sich Professor Bronstein auskennt: So ist Fabula AI bereits sein viertes Start-up-Unternehmen. Es schliesst an verschiedene erfolgreiche Initiativen an, die in Zusammenarbeit zwischen dem Silicon Valley, Lugano und Israel entwickelt wurden.

 

 

Die ERC Proof of Concept Grants

 

Bei den ERC Proof of Concept Grants handelt es sich um Zusatzmittel, die durch den Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) über das Forschungsrahmenprogramm «Horizon 2020» an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben werden, die bereits einen ERC Grant innehaben, und ihnen die Entwicklung des kommerziellen oder unternehmerischen Potenzials ihrer Forschungsergebnisse ermöglichen sollen. Diese Mittel in Höhe von EUR 150 000 je Beitrag lassen sich beispielsweise zur Überprüfung der Anwendbarkeit wissenschaftlicher Konzepte sowie für Patentierungskosten einsetzen. In der ersten Vergaberunde des laufenden Jahres hat der ERC solche Mittel für 50 Forschende aus 12 verschiedenen Ländern vergeben.

 

 

Amazon ML Grants

 

Das Programm Amazon Machine Learning Research Awards (MLRA) finanziert Forschende, die auf dem Gebiet des maschinellen Lernens tätig sind. Diese Beiträge sollen die Forschung im Bereich der Entwicklung von innovativen Algorithmen und Programmen in verschiedenen Anwendungsfeldern und auf verschiedenen Interessengebieten unterstützen. An Professor Bronstein wurden in diesem Rahmen USD 150 000 vergeben.

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